Migränetherapie durch und mit Nordic-Walking
So mancher Migränepatient, möchte am liebsten der Migräne davonlaufen. Tatsache ist, wer unter Migräne leidet, sollte öfter seine Laufschuhe anziehen. Die sportliche Betätigung durch laufen und walken wirkt sich günstig auf die Dauer, Stärke und auch auf die Häufigkeit von Migräneattaken aus. Eine bislang nicht veröffentlichte Studie von Professor Göbel (Universitätsklinikum Kiel) bestätigt dies.
Das Wissenschaftlerteam um Stephanie Darabaneanu untersuchte 52 Probanden, die im Mittel seit über 20 Jahren von Migräneattaken heimgesucht wurden. In einem Zeitraum von 10 Wochen sollten die Teilnehmer dreimal pro Woche für dreissig Minuten Sport treiben. 26 der Teilnehmer lief (joggte) und 26 der Probanden walkten (Nordic-Walking). Die Vermutung die hinter dem Experiment stand, war, dass Ausdauersport Stresshormone abbauen soll. Da bei Migräne u.A. eine Stressverarbeitungsstörung im Gehirn besteht, vermuteten die Wissenschaftler, dass ein niederiger Spiegel an Stresshormonen die individuelle Schmerzschwelle beeinflussen wird.
Für die Untersuchung wurden acht Wochen vor, während und acht Wochen nach dem Experiment Schmerztagebücher von den Probanden geführt. Im Ergebnis zeigte sich in beiden Gruppen eine positive Wirkung von Sport auf die Migräneerkrankung. Die Migräneattaken waren weniger und auch von geringerer Intensität, als vor dem Training.
Nordic Walking ist aufgrund der Studie als besonders wirksam einzustufen,
denn in Gruppe der Probanden die sich für Nordic Walking entschieden hatte, sank die Zahl der wöchentlichen Migräneattaken von (im Schnitt) 4,5 auf 3,0, während bei den Läufern (Jogger) die Anfälle von 4,4 auf 3,7 sanken. Dies kann (nach meiner Erfahrung) evtl. damit zusammenhängen, dass korrektes Nordic Walking die Muskeln des Oberkörpers besser trainiert und Verspannungen im Schulter-/ Nackenbereich besser abbauen kann als der reine Laufsport.
Wer an Migräne leidet, kennt die Anfänge der Migräne, wobei oft zum Beginn der eigentlichen Attake ein „Ziehen“ im Nacken beschrieben wird. Für diese Migränepatienten, scheint Nordic-Walking die günstigere sportlich Betätigung zu sein. Aber nicht nur das, man soll sich auch ausreichend Ruhepausen können, ..“abschalten“, Mahlzeiten regelmäßig einnehmen, vielleicht sogar die Entspannungszeiten fest in den Tagesablauf einarbeiten, zumindest bis sich hier ein Automatismus eingeführt hat. Nach meiner Erfahrung gehört außer den festen Essenzeiten auch dazu, dass man sich bewußter (und gesünder) ernährt. 5-8 Portionen Obst braucht der Mensch beispielsweise pro Tag, um ausreichend Mineral- und Vitalstoffe zu bekommen. Eine Portion ist dabei als eine „Hand voll“ anzusehen. Also sind die Kinderportionen entsprechend anzupassen. Nur wenn wir unserem Körper ausreichend Wasser, Mineral- und Vitalstoffe zuführen, kann dieser funktionieren und seine komplexen und vielfältigen Handlungs- und Denkweisen korrekt und ohne Mangel ausführen.
Ein entsprechend angepasster Tages- und Wochenablauf machen 50-70 % einer guten Migränetherapie aus, so der Neurologe und Psychologe Prof. Hartmut Göbel in der Zeitschrift "test" (Ausgabe 11/2011).
Wenn dann zum geregelten Tagesablauf, die passende gesunde Ernährung und die sportliche Aktivität hinzu kommt, sollten auch Sie ihre Migräneanfälle in Dauer, Häufigkeit und Stärke reduzieren können. Jedes Schmerzmedikament das man weniger einnimmt, belastet den Organismus weniger.
Bei 3*30 Minuten Sport pro Woche dafür im Schnitt vier Migräneattaken weniger im Monat? - Diese Zeit muss man sich einfach nehmen.
Lieber Spass durch Laufen als Kummer durch Saufen !
LaSt 2011 12 13